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Haie in Sharm el-Sheikh

Nach den jüngsten Hai-Attacken in Sharm el-Sheikh wird nun über die Ursachen heftig diskutiert. Das Schwimmverbot durch die ägyptischen Behörden bleibt weiterhin bestehen, Tauchgänge sind vorerst nur erfahrenen Tauchern unter Auflagen gestattet.

Währenddessen untersuchen Experten weiterhin die Angriffe der Weißspitzen-Hochseehaie sowie eines Makohaies. Der Schweizer Erich Ritter stellt sich als renommierter Haifachmann die Frage, warum die Tiere so nah am Strand offensichtlich nach Beute suchen. Nach einem Focus-Bericht soll es sich auch um eine Folge des Klimawandels handeln. Das Nachrichtenmagazin zitiert den ägyptischen Umweltexperten Abdullah Hijawi, der darauf hinweist, dass die Haie ihre ursprünglichen Fischgründe aufgäben und so näher an die Küste gezwungen würden. Meeresströmungen brächten nahrhaftes Plankton in Strandnähe, wodurch die Beutefische der Haie nachzögen. Die Überfischung des Roten Meeres ist laut Stern unter Berufung auf die Tageszeitung Al-Masry Al-Yom eine weitere Ursache dafür, dass die riesigen Knorpelfische ihren Lebensraum ausweiten.

Viel gravierender scheint jedoch zu sein, dass sich die Haie im Roten Meer zunehmend an den Menschen als direkten Futterspender gewöhnen. Die Besatzung auf Frachtschiffen entsorgt die Kadaver verendeter Nutztiere kurzerhand ins Meer. So werden Haie scharenweise von toten Schafen angelockt, die auf die Küste zutreiben. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel weist darauf hin, dass diese Praxis zwar illegal, aber kaum kontrollierbar sei.

Verboten ist in Ägypten auch das sogenannte „Anfüttern“ der Haie bei Tauchgängen. Focus berichtet jedoch aus den Reihen von Tauchveranstaltern, dass sich viele Touristen nicht daran halten. Sanktioniert werden sie freilich nicht.
Die signifikante Häufung der Haiattacken in den letzten Wochen soll nun wissenschaftlich geklärt werden. Bild.de berichtet, dass US-amerikanische Wissenschaftler das Team eines schwedischen Forschungsschiffes unterstützen sollen, das bereits im Roten Meer tätig sei. So sollen die einzelnen Hypothesen in internationaler Zusammenarbeit systematisch überprüft werden.

Um weiteren Schaden von der Tourismus-Branche abzuwenden, wird auch die ägyptische Regierung bemüht sein, schon jetzt den wahrscheinlichsten Ursachen beizukommen.

12. Dezember 2010

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